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FORGIS: Institut für Fahrzeug- und Umweltechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes verbindet Forschung mit Privatwirtschaft

Mit der Gründung der FORGIS GmbH, Institut für Automobil- und Umwelttechnik, schlägt die Hochschule für Technik und Wissenschaft des Saarlandes (HTW) jetzt eine Brücke zwischen Forschung und Industrie.

Das neue Institut geht aus einer vor zehn Jahren gegründeten Forschungsgruppe des Labors Fahrzeugtechnik der HTW hervor. Diese wirtschaftlich unabhängige Ausgliederung hat sich seit der Gründung im Jahr 1991 zu einem leistungsstarken und anerkannten Partner der Automobilindustrie entwickelt. Im Rahmen eines lebenszyklusorientierten Entwicklungsansatzes entstehen gesamtökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösungen. FORGIS deckt dabei alle Bereiche ab, die vor, während und nach der Einsatzzeit eines Autos relevant sind: Konzeption, Simulation, Entwicklung, Konstruktion, Erprobung, Produktion, Nutzung und Verwertung.

Im Bereich der umweltgerechten Fahrzeugentwicklung nimmt FORGIS heute eine weltweit führende Rolle ein. Zahlreiche Hersteller wenden sich bereits in der Konzeptionsphase eines neuen Fahrzeugs an die Saarbrücker Spezialisten.

Wir können den Herstellern und Zulieferern schon in dieser Phase genau sagen, welche Teile wie gestaltet werden müssen, um das Auto später ohne große Kosten umweltgerecht verwerten zu können“, beschreibt Geschäftsführer Joachim Boes die Kompetenz der Forgis GmbH in diesem Bereich. „Richtig Sinn macht das aber erst, wenn von Anfang an alle ökologischen und ökonomischen Aspekte berücksichtigt werden. Dies zeigen wir zum Beispiel an einer neuartigen Vorderachskonstruktion, die unter der Maßgabe gewichtsreduziert, kostenneutral und recyclingfähig zu sein, in Zusammenarbeit mit dem Ford Forschungszentrum Aachen, verschiedenen Zulieferern und FORGIS entwickelt wurde.“

Aber auch bei tagesaktuellen Fragestellungen in den Bereichen der Konstruktion, Entwicklung, Produktion und Erprobung sind die Ingenieure und Wissenschaftler von FORGIS als Entwicklungspartner vieler Unternehmen tätig. Über die methodische Lösungsfindung - eine Spezialität von FORGIS - werden alle Lösungsmöglichkeiten für eine mit dem Kunden definierte Aufgabenstellung schnell und effizient untersucht. Die für den speziellen Anwendungsfall bestmögliche Lösung wird ausgewählt und umgesetzt.

Eine Erweiterung des interdisziplinären Know-hows von FORGIS findet aktuell über die Beteiligung in dem europäischen Forschungsprojekt PReVENT statt. PReVENT entwickelt Lösungen für nachhaltige Mobilität, schwerpunktmäßig im Bereich der Verbesserung der Verkehrssicherheit auf europäischen Strassen.

Die Tätigkeit ist dabei nicht auf die Fahrzeughersteller beschränkt. Auch Zulieferer und Systemlieferanten der Automobilindustrie nutzen das Know-how der Saarbrücker, um ihre Produkte zu optimieren. So verfügt FORGIS seit einiger Zeit über einen in Europa einzigartigen fahrbaren Reifenprüfstand, mit dem die Eigenschaften von Reifen in puncto Fahrzeugstabilität auf unterschiedlichen Fahrbahnen real erprobt werden können. Unter anderem kann damit auch das Überfahren von Hindernissen – zum Beispiel Schwellen - auf einer realen Fahrbahn simuliert werden.

„Reifeneigenschaften haben nachhaltigen Einfluss auf die Fahrsicherheit und dienen somit auch der Unfallverhütung. Mit diesem Prüfstand sind wir nicht nur in der Lage, das Verhalten von Standardreifen auf nasser oder trockener Fahrbahn zu prüfen, wir könnten auch Offroadreifen für den Einsatz im Wüstensand optimieren,“ schwärmt Michael Schmidt, Geschäftsführer der DeVeTec, eines der aus der FORGIS hervorgegangenen Spin-off-Unternehmen.

Diese Spin-offs – neben der DeVeTec GmbH entstand aus FORGIS auch die tec4U GmbH – stellen innerhalb des Netzwerks der drei Unternehmen die Ingenieurdienstleistungen, während FORGIS den Bereich Forschung abdeckt. Im gesamten Verbund werden inzwischen über 35 Mitarbeiter beschäftigt.

Aus dieser Kombination von Ingenieurdienstleistungen, Lehre und Forschung werden anwendungsorientierte Lösungen und Produkte gemäß der kundenspezifischen Anforderung entwickelt, wobei für den jeweiligen Kunden im Rahmen seines Projekts immer das gesamte fachliche Know-how des Netzwerks zur Verfügung steht. Dadurch ist FORGIS in der Lage, stets neue umfassende und zukunftsorientierte Lösungsansätze zu entwickeln.

Professor Wolfram Seibert, der die FORGIS in seiner Eigenschaft als Leiter des Labors Fahrzeugtechnik der HTW 1991 gründete, blickt entsprechend zufrieden auf die erfolgreiche erste Dekade des Unternehmens zurück: „Anfang der 90er Jahre zeichnete sich bereits ab, dass die Verwertung der in Altautos verwendeten Rohstoffe bald eine große Rolle spielen würde. Wir rechneten aufgrund der für die Industrie damals noch neuen Thematik mit einer großen Nachfrage nach externen Analyse- und Beratungsleistungen. Unsere weiteren Aktivitäten in der Fahrzeugtechnik, Konstruktion und Messtechnik wurden ebenfalls von der Industrie gut angenommen, so dass FORGIS sich erfolgreich entwickelte. Heute stelle ich fest, dass Forschung, Lehre und industrielle Praxis sich hier so optimal ergänzen, wie ich es mir immer erträumt habe.“

FORGIS und die Partner tec4U und DeVeTec sind mit ihren zahlreichen Kontakten zu Forschung und Industrie Teil eines Netzwerkes, das künftig noch fester geknüpft werden soll. Große Chancen sehen die Verantwortlichen vor allem darin, dass bereits heute zahlreiche weitere Fachleute aus Forschung und Lehre im gleichen Gebäudekomplex wie das FORGIS-Netzwerk vertreten sind. Unter dem Oberbegriff „Zentrum für Innovative Produktion“ (ZIP) haben sich dort eine Reihe von Forschern der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) sowie Lehrstühle der Universität des Saarlandes und Spin-offs angesiedelt, deren Know-how auch in der Automobilindustrie Anwendung findet.

Ein guter Grund, auch das Netzwerk automotive.saarland, für das FORGIS im April 2003 offiziell das Management übernommen hat, hier einzubinden.

Mitinitiator von automotive.saarland ist Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi, der auch persönlich alle drei Monate den Lenkungskreis moderiert und durch das saarländische Wirtschaftsministerium finanzielle Unterstützung für das Projekt gibt. Weitere Partner sind IPL, IHK, HWK, die ZPT und Saarland International.

Das Netzwerk automotive.saarland bündelt die Kompetenzen spezialisierter Unternehmen der Automobilzulieferbranche in einem Netzwerk entlang der automobilen Wertschöpfungskette und agiert als Koordinator, Moderator und Coach zwischen den einzelnen Partnern im Netzwerkverbund.

Kontakt
FORGIS GmbH
Joachim Boes
Altenkesselerstraße 17/ D2
D-66115 Saarbrücken
Telefon +49 (0) 681 92 747 251
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